Heino Otte

Leben und Arbeit/biography

Heino Otte wurde am 7. März 1946 in Hatterwüsting im Landkreis Oldenburg in Norddeutschland geboren. Er schloss sein Studium der Betriebswirtschaft als Dipl.-Kaufmann ab. Seit 1985 beschäftigte Heino Otte sich mit Mail Art. 1986 feierte er den 99. Geburtstag von Kurt Schwitters, den er über alle Maßen verehrte, mit einer Mail Art-Wanderausstellung, bei der die Post, die an einer Leine hing, durch Schwittersum, einen kleinen Ort in Ostfriesland, getragen wurde. Als er 1987 berentet wurde, war er in und von Oldenburg aus “nur noch” künstlerisch tätig. Er besuchte im selben Jahr z.B. die verbotene Eröffnung der Mail Art-Ausstellung “Künstlerbriefe/Briefzeichnungen” in Putbus und entschädigte die anderen angereisten Gäste mit einer Performance seines pneumatischen Theaters im Pappkarton in einer Gaststätte. Selbst organisierte er 1988 den “Ikodudida”, den internationalen Kongress der Universaldilettanten in Dangast. Wiederum als Gast besuchte er u.a. 1992 den Berliner Teil der 2. Dezentralen internationalen Mail Art-Congresses.
Heino Otte starb am 8. Mai 1993 an den Folgen einer Hepatitis C, die er sich neben Aids durch die vielen Infusionen, die wegen seiner angeborenen Hämophilie notwendig waren, zugezogen hatte. Im Jahre 2010 gelangte sein Archiv in den Besitz des Studienzentrums für Künstlerpublikationen, Neues Museum Weserburg Bremen.


Otte was born March 7, 1946 in Hatterwüsting (community of Oldenburg, Northern Germany). He studied business economics and became tradesman with diploma. He had been doing Mail Art since 1985. In 1986 he celebrated Kurt Schwitters’ (who he admired very much) 99th anniversary with a travelling Mail Art exhibition, carrying mail that he had hung on to a rope through Schwittersrum, a small place in East Frisia. When he got retired in 1987 he “only” did artistic works from and in Oldenburg. He saw i.e. the forbidden Mail Art exhibition “Künstlerbriefe/Briefzeichnungen” in Puttbus. There he did a performance of his pneumatic theatre in a cardboard box in a restaurant. He himself organised “Ikodudida” in 1988, an international congress of universal dilletantism in Dangast. As a guest he was at the Berlin part of the 2nd Decentralized international Mail Art congress.
Heino Otte died May 8, 1993 of hepatitis C, that he got (besides Aids) of the many infusions he needed due to his natural hemophilia. In 2010 his archive had been handed over to the Studienzentrums für Künstlerpublikationen, Neues Museum Weserburg Bremen.

Ausgewählte Arbeiten/selected works

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Literatur (Auswahl)/literature (selection)

Links

Author: Mail Artists' Index

Mail Artists' Index Biographies, works and links concerning important Mail Artists. – Biografien, Arbeiten und Links bedeutender Mail Art Künstler. Mail Art | Mail Artists | Postkunst

4 thoughts on “Heino Otte”

  1. die ausstellung vonschwittersum nach dornum,ins weisse haus war auch natürlich eine “online ausstellung.heino war derzeit schon ein netzwerk crack,ein ganz besonderer avantgardist….

  2. Heino Otte, den ich Mitte der 80er Jahre brieflich über Vermittlung von Klaus Groh kennenlernte, lehrte uns unprätentiös, dass die Avantgarde hinten ist. Und nicht vorn, wie es die SED im Widerhall der selbst gezogenen Mauern schmerzhaft misstönend herumposaunte. Der Spruch, Bestandteil eines seiner künstlerischen Exponate auf der 1987 in Putbus auf Rügen zwar gehängten, aber noch vor der Eröffnung verbotenen Ausstellung »Künstlerbriefe/Briefzeichnungen«, lieferte – neben dem umfangreichen Material aus der Sammlung Robert Rehfeldts – die Munition für das AUS der Ausstellung. Nach der konspirativen und inoffiziellen Eröffnung in der Orangerie und seiner anschließenden Rosencafè-Performance, verbrachten wir künstlerisch aufschlussreiche zwei Wochen im total zugeschneiten Bergen. Als er die Rückreise im PKW auf den leidlich von den Schneemassen geräumten Strassen wagen konnte, begleitete ich ihn bis kurz vor die innerdeutsche Grenze. Ich las ihm aus Wieland Herzfeldes »Immergrün« vor, den so bildhaften Geschichten aus der Berliner DADA-Szene. Hätte es die Grenze nicht gegeben, hätten uns die DADAisten bis Oldenburg begleitet.
    Heino Otte war mir und meiner Familie ein wunderbarer Freund. Seine lebenslange Schwitters-Hommage hat auch mich angezündet, bis heute. Sein für mich dann doch plötzlicher Tod auf dem Leidensweg seiner Krankheit hat mich tief getroffen. Ich habe einen meiner besten Freunde verloren. Eine kleine Hommage mit Werken Heine Ottes konnte ich zu Beginn der 90er Jahre in Sassnitz ausrichten. Eine späte, zu späte Wiedergutmachung.

  3. HO celebrated the worldwide first ONLINE mail art show at Schwittersum,Ostfriesland,honoring Kurt Schwitters on his 99th birthday party.

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