Feeds:
Posts
Comments

Archive for December, 2019

Schriftenreihe des Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Band 5

Dresden, Anfang der 1980er Jahre: Mit Witz und politischem Hintersinn entwickeln junge Künstler Ideen, die auch über die DDR hinweg Resonanz finden. Doch nicht nur das – sie geraten so auch ins Visier der Stasi. Jürgen Gottschalk, einer der wichtigen Akteure der Szene, beschreibt in seinem Buch, wie die Stasi vorging, um ihn mundtot zu machen: erst Berufsverbot, dann Haft, schließlich vom Westen freigekauft. Kontrastiert werden diese Erinnerungen durch Auszüge einer Diplomarbeit »seines Stasi-Offiziers« zu dem Fall. Entstanden ist ein authentisches und persönliches Buch, das hautnah miterleben lässt, was »Zersetzung« praktisch bedeutete. Der Leser erfährt zudem, wie die Verfolgung bis in die Gegenwart nachwirkt und welche Strategien Jürgen Gottschalk nutzt, sich der Vergangenheit zu stellen. Sein Engagement in der Gedenkstätte »Bautzner Straße« und sein Wirken im Theaterstück »Meine Akte und ich« der Dresdner Bürgerbühne sind da nur zwei Beispiele.

Jürgen Gottschalk, Jahrgang 1951, eröffnete 1979 seine eigene Druckwerkstatt in Dresden. Nach Berufsverbot und Haft wurde er 1985 von der Bundesrepublik freigekauft. 1991 kehrte er nach Dresden zurück, wo er zwölf Jahre die Siebdruckwerkstatt im Kulturverein »riesa efau« in Dresden und für zwei Jahre die Grafik-Werkstatt des Landesgymnasium »St. Afra« in Meißen leitete.
Heute, als Rentner, erzählt er seine Geschichte als Zeitzeuge in Schulen oder der Dresdner Gedenkstätte auf der Bautzner Straße.

 

Hier bestellen.

Oder ohne Versandkosten hier.

Read Full Post »

E D I T I O N # 2 Jürgen O. Olbrich

Donnerstag 12. Dezember 2019, ab 19.00 Uhr

Für die zweite Ausgabe der «M.F.F. Edition» befasst sich Jürgen O. Olbrich mit dem Händeauflegen auf sowohl Körper, Schriftbild und Kopiergerät. Unter dem Titel «on fingers on» widmet er sich den Möglichkeiten des Kopierens auf Papier mit Braille-Schrift und den dabei entstehenden Schattenspuren und Entfremdungen.

Museum für Fotokopie / Makroscope

Friedrich-Ebert-Str. 48, 45468 Mülheim an der Ruhr

weitere Infos: www.makroscope.eu 

Dennis Vollmer am 

Read Full Post »

 

Wechselausstellung des Deutschen Buch- und Schriftmuseums der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig

29. November 2019 bis 26. Juli 2020

Auf der Suche nach Freiräumen entwickelten Kunstschaffende, Intellektuelle, aber auch Jugendliche alternative Lebenskonzepte und Gestaltungsmöglichkeiten: Sie besetzten leerstehende Wohnungen und Fabrikgebäude, die sie als Ateliers oder Probenräume nutzten und zu selbstbestimmten Orten einer „zweiten Öffentlichkeit“ machten. So fanden zahlreiche Konzerte und Lesungen im privatem Umfeld statt, aber auch öffentliche Institutionen wie Kulturhäuser wurden „unterwandert“ und von der alternativen Szene für Ausstellungen oder Performances genutzt.

Einen Schwerpunkt der Ausstellung bilden Künstlerzeitschriften aus dem Bestand des Museums, die als „Samisdat“ im Selbstverlag jenseits der Zensurwege der DDR als Kleinstauflagen gestaltet und verteilt wurden. Künstlerische Mail Art-Projekte – Postkartenkunst als „Fenster zur Welt“ – waren ebenfalls eine Alternative zum offiziellen Kulturbetrieb mit seinen reglementierenden Vorgaben.

Beispielhaft werden anhand von Ausstellungsplakaten, Originaldokumenten und Fotografien Leipziger Orte einer selbstbestimmten „Zweiten Öffentlichkeit“ dargestellt, in denen Kulturakteure gemeinsam intermediale Projekte und Lesungen mit systemkritischen Autoren realisierten. Verschiedene musikalische Strömungen wie experimentelle Kompositionen, das Freejazz-Festival in Peitz, Straßenmusik, Punkkonzerte der Jugendsubkultur und die vielfältigen Beziehungen der Akteure zueinander ergänzen den musikalischen Aspekt von Kunst und Protest im letzten Jahrzehnt der DDR.

Deutsche Nationalbibliothek

Deutscher Platz 1

04103 Leipzig

www.dnb.de

Leipziger Internet Zeitung

Read Full Post »

%d bloggers like this: