Joseph W. Huber

Leben und Arbeit/biography

Joseph W. Huber wurde am 26. Juni 1951 in Halle an der Saale geboren. 1959 kam er mit seiner Mutter nach Berlin. Zunächst absolvierte er eine Ausbildung zum Offsetdrucker, später war er in verschiedenen Berufen tätig. Von 1971 bis 1980 war er im Zeichenzirkel von Robert Rehfeldt aktiv, dann selbst als Zirkelleiter im Studio Bildende Kunst Lichtenberg, wo er Karla Sachse kennenlernte, mit der er von 1977 an zusammenlebte. 1976 nahm er erste Mail Art-Kontakte auf und begann eine intensive Ausstellungstätigkeit. Seit 1979 gab er eigene kritische und satirische Motive als Postkarten und Plakate heraus. Ab 1981 erhielt er verschiedene “Zulassungen” für die professionelle künstlerische Tätigkeit, wurde jedoch erst 1986 von den Karikaturisten als Mitglied in den Verband Bildender Künstler der DDR aufgenommen.
Nach der Wende gründete er die edition Karte’ll und gab nun auch Postkarten befreundeter Künstler heraus. Nach der großen Ausstellung Mail Art – Osteuropa im internationalen Netzwerk (1996) verkaufte er sein gesamtes Mail Art-Archiv an das Staatliche Museum Schwerin. Dennoch blieb er weiter mit den vielen Post-Partnern in Kontakt, schrieb jeden Morgen vier bis fünf Briefe und zeigte seine Kunst im “Kleinformat” in zahlreichen Ausstellungen.
Am 5. August 2002 nahm er sich das Leben.

Projekt/project:

  • Nature is life – save it (1977)

Beteiligt an den retrospektiven Mail Art-Ausstellungen/part of the retrospective M.A. exhibitions:

  • Mail Art Osteuropa – im internationalen Netzwerk im Staatlichen Museum Schwerin 1996 (Katalog)
  • … keine Kunst? Mail Art-Projekte im Museum für Post und Kommunikation Berlin 1997
  • Mail Art Saarland – DDR: Schmuggelgut oder Kassiber? in der Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek Saarbrücken 2000 und in der Universitätsbibliothek Leipzig 2001 (Katalog)
  • Arte Postale, Akademie der Künste, Berlin 2013 (Katalog)
  • Außer Kontrolle! Farbige Grafik & Mail Art in der DDR, Schwerin und Güstrow 2015 (Katalog)
  • Hinter dem Horizont… Kunst der DDR aus den Sammlungen des Staatlichen Museums Schwerin, 2018 (Katalog)
  • OST/WEST – Alternativen: Joseph Beuys und die Performance- und Mail Art-Szene in der DDR, Museum FLUXUS+ Potsdam 2021

Huber was born June 26, 1951 in Halle/Saale. In 1959 he and his mother moved to Berlin. First he did an apprenticeship as a offset printer, then he worked in various jobs. From 1971 to 1980 he attented Robert Rehfeldt‘s drawing circle, later he lead the circle at Studio Bildende Kunst Lichtenberg, where he got to know Karla Sachse, they then were together from 1977 on. In 1976 he established first Mail Art contacts and did exhibtions intensely. From 1979 on he published his own critical and satirical postcards and posters. From 1981 on he was “allowed” to do several professional artistic jobs, but it was not until 1986 that he as caricaturist became a member of the Association of Fine Artists in the GDR.
After the Fall of the Wall he founded edition Karte’ll and published his own postcards as well as some of other artists with whome he was friends. After the great exhibition Mail Art – Osteuropa im internationalen Netzwerk (Eastern Europe in the international network) in 1996, he sold his Mail Art archive to the State Museum in Schwerin. Still he kept contact with many mail partners, he wrote four to five letters per day and showed his art in “small format” in various exhibitions.
On August 5, 2002 he took his own life.

Ausgewählte Arbeiten/selected works

Literatur (Auswahl)/literature (selection)

  • Huber, Joseph W.: Was ist Mail Art für Dich und warum machst Du mit?, in: Friedrich Winnes und Lutz Wohlrab (Hg.): Mail Art Szene DDR 1975 – 1990, S. 20
  • Röder, Kornelia: Nature is life. Mail Art – Kunst als Kommunikation im Katalog Faszination Wasser, Schwerin 2000
  • Thurmann-Jajes, Anne: Joseph W. Huber – Denkzettel aus’m Osten, Kleine Reihe, Band 2 des Studienzentrums für Künstlerpublikationen in der Weserburg, Museum für moderne Kunst, Bremen 2009
  • Lange-Berndt, Petra: Nature Is Life – Save It. Kollektivität und Ökologie in der DDR. In KUNSTFORUM INTERNATIONAL Band 263 (2019)

Links

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